Rock und Metal waren schon immer fĂŒr diejenigen da, deren Geschichten epischer, deren Emotionen gewaltiger sind. Seit mehr als 30 Jahren haben sich die finnischen Pioniere AMORPHIS hier ihre ureigene Nische zwischen innig empfundener und zugleich aggressiver, melancholischer und doch tröstender Musik gegraben. Mit „Halo“, ihrem umwerfenden 14. Studioalbum, unterstreichen die Finnen ihren wegweisenden Status als eine der originellsten, kulturell relevantesten und besten Bands, die jemals aus dem Land der tausend Seen kamen.
„Halo“ erscheint am 11. Februar 2022 auf Atomic Fire Records und wird folgende Tracks beinhalten:
Der Mythos und die Legenden der Vergangenheit sind die Popkultur von heute: Geschichten und ein Wertesystem, das uns vereint, uns eine Stimme und eine Landkarte gibt, auf der wir uns finden und einnorden können. Indem sie die Geschichten des finnischen Nationalepos „Kalevala“ in ihre Songs weben und die Botschaften daraus zeitlos und modern interpretieren, vereinen AMORPHIS die Rollen des MinnesĂ€ngers mit den Universalgelehrten der Gegenwart und ehren die Tradition ohne in der Vergangenheit steckenzubleiben.

Mit dem packenden, lebendigen und berĂŒhrenden „Halo“ heben AMORPHIS ihre musikalische und narrative Ausnahmestellung auf ein neues Level. Schon wieder: Das Album ist ein progressives, melodisches, charakteristisch melancholisches Heavy-Metal-MeisterstĂŒck, erdacht und in diese Welt gebracht von den GrĂŒndungsgitarristen Esa Holopainen und Tomi Koivusaari, Bassist Olli-Pekka Laine, Drummer Jan Rechberger, Keyboarder Santeri Kallio und SĂ€nger Tomi Joutsen, dem bewĂ€hrten lyrischen Gewissen der Band, Pekka Kainulainen, sowie einer auserwĂ€hlten Schar Weltklasse-Audioexperten unter der Leitung des gerĂŒhmten schwedischen Produzenten Jens Bogren. Und wenn man sich die lange Reise von Amorphis in die oberste Riege innovativer Metal-Kunst mal auf der Zunge zergehen lĂ€sst, dann kann man eigentlich nur mit heruntergeklappter Kinnlade staunen, wie AMORPHIS jedes Mal noch eine Schippe drauflegen. „Halo“ jedenfalls ist ein mehr als wĂŒrdiges Finale der Trilogie, die mit „Under The Red Cloud“ (2015) begann und 2018 mit „Queen Of Time“ fortgefĂŒhrt wurde.

„Es ist ein unbeschreibliches GefĂŒhl, dass wir als Band immer noch ziemlich anstĂ€ndige Musik in uns tragen“, sagt Holopainen, einer der GrĂŒnder der Band. „Vielleicht haben sich in diesen letzten Alben endlixh Selbstkritik und lange Erfahrung vereinigt.“ FĂŒr den Komponisten fĂŒhlt sich „Halo“ gleichzeitig vertraut und anders an. „Es ist von Anfang bis Ende Amorphis, dabei aber hĂ€rter, progressiver und organischer als der VorgĂ€nger“, schildert er.

Tomi Joutsen, der Mann mit StimmbĂ€ndern, die wie ein riesiger BĂ€r grollen, aber auch sanfte, betörende Schlaflieder singen können, fĂŒgt an: „FĂŒr mich klingt ‚Halo‘ im Vergleich zu den letzten beiden Platten ein wenig reduzierter. Aber nicht falsch verstehen: Wenn ein Song groß klingen muss, dann tut er das auch. Und wie!“ Da sagt er was: Indem die Band einige Arrangements entschlackt, wirken die monumentalen Momente nur noch monumentaler.

Liegt natĂŒrlich auch an diesem Professor unter den Produzenten, Jens Bogren. Der pickte sich 13 Songs aus den 30 StĂŒcken heraus, die ihm AMORPHIS zur VerfĂŒgung stellten. „Jens hat hohe AnsprĂŒche, aber ich mag die Arbeit mit ihm wirklich sehr“, so Holopainen. „Er leitet ein Projekt professionell von Anfang bis Ende, was uns Musikern erlaubt, uns nur aufs Spielen zu konzentrieren. Ich kann Jens gar nicht genug danken: Alles, was wir zusammen gemacht haben, war eine wahnsinnig tolle Erfahrung. Er hat Amorphis merklich weiterentwickelt.“

Und ob er das hat: Mit der stĂŒrmischen Opulenz des Openers „Northwards“ nehmen uns AMORPHIS mit auf eine Reise durch die LĂ€nder des Nordens, durch deren reiches kulturelles und historisches Erbe und ihre musikalischen Traditionen. Das hier ist nicht nur ein Album fĂŒr Fans oder Metalheads. Es ist ein Muss fĂŒr alle fantasievollen Seelen da draußen, die eine Schwachstelle fĂŒr cinematische Soundlandschaften, ĂŒberwĂ€ltigend schöne Melodien und atemberaubende Dynamik in den Grenzlanden zwischen Licht und Dunkelheit haben.

NatĂŒrlich ist kein AMORPHIS-Album komplett ohne das bildhafte und poetische Storytelling des Lyrikers und „Kalevala“-Experten Pekka Kainulainen. „Seit er sein erstes Wort fĂŒr uns schrieb war Pekka ein enthusiastischer und engagierter Texter fĂŒr Amorphis“, lobt Joutsen. „Diese archaische finnische Poesie in modernes Englisch zu ĂŒbersetzen und unseren progressiven Rhythmen anzupassen, ist ein ungemein aufwĂ€ndiger Prozess. Aber irgendwie schafft es Pekka immer pĂŒnktlich und mit ĂŒberragenden Ergebnissen.“ Seit „Silent Waters“ (2007) segelt Kainulainen nun schon ĂŒber die mythologischen GewĂ€sser seiner Heimat. Und hat sich fĂŒr „Halo“ mal wieder selbst ĂŒbertroffen. „Das Album folgt einem losen Konzept an abenteuerlichen Geschichten, die sich vor tausenden von Jahren im mythischen Norden zugetragen haben“, erklĂ€rt er. „Die Texte erzĂ€hlen von einer altvorderern Zeit, in der der Mensch nach der Eiszeit durch diese verlassene boreale Welt wandert. Ich möchte den Aufstieg einer wegweisenden Kultur in einer Welt voller neuer Möglichkeiten ebenso erfassen wie die uralten MĂ€chte des menschlichen Verstandes.“

31 Jahre nach ihrer GrĂŒndung, mit ungezĂ€hlten Welttourneen und 14 Alben hinter sich, sind AMORPHIS immer noch ein musikalischer Jungbrunnen, eine Ausnahmeband, die sich immer wieder neu erfindet und ihren Wurzeln stets treu bleibt. Mit „Halo“ entfesseln sie ein erstaunliches StĂŒck Musik, das es verdient hat, ĂŒberall gespielt zu werden. Ein Album, das die Gestade von Metal und Rock durch seine Tiefe und MusikalitĂ€t mĂŒhelos transzendiert.